In der GUBIMA GmbH haben sich die Dinge inzwischen weiterentwickelt. Der Betriebsrat verlangte,
ein EUREKA Seminar über die neuesten
Entwicklungen zu BVW und KVP besuchen zu können.
Sicherheitshalber wurde der Personalchef gleich mitgeschickt. Beide kamen begeistert zurück.
Der Personalchef sagte: "Chef, das ist was für uns. Ohne ein systematisches BVW lassen wir
seither eine Menge Kreativität unserer Mitarbeiter brach liegen. In der heutigen Wettbewerbssituation
sind wir aber auf jede gute Idee angewiesen. Und das schönste ist: Die Erträge liegen bei weitem über den Kosten!
Bei unseren 500 Mitarbeitern können wir normalerweise mit einer halben Million oder mehr an Einsparungen
pro Jahr aus Verbesserungsvorschlägen rechnen."
"Und was kostet mich das?"
"Wenn wir beispielsweise 20 % Prämie auf die Einsparungen im ersten Jahr zahlen, bleibt ein ordentlicher
Brocken übrig. Ausserdem können wir vielleicht sogar unsere Unfallquote senken, denn auch solche nicht
direkt in Euro und Cent ausdrückbare Sachen können durch Verbesserungsvorschläge verbessert werden.
Und überhaupt: Die Mitarbeiter sind dann einfach mehr motiviert!"
Der Geschäftsführer grinste zynisch: "Na, dann lesen Sie mal den Entwurf für eine
Betriebsvereinbarung, den ich gerade vom Betriebsrat bekommen habe. Die wollen eine paritätisch
besetzte Kommission und über jede Prämie mitbestimmen. Die Prämie soll 35 % der Einsparung sein,
mindestens aber 100,- Euro. Für unbrauchbare Verbesserungsvorschläge soll eine Anerkennungsprämie
in Höhe von 25,- Euro bezahlt werden. Mitbestimmung, mein Lieber. Schauen Sie mal den § 87 BetrVG an."
"Das ist doch Blödsinn von A bis Z," antwortete der Personalchef. "Ich saß doch beim EUREKA Seminar
Stuhl an Stuhl neben unserem Betriebsratsvorsitzenden. Da wurde das alles erläutert. Die Mitbestimmung
hat ihre eindeutigen Grenzen. Lassen Sie mich mal machen, ich melde mich bei Ihnen in drei Tagen wieder."
Was ist richtig?
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